Die Vernunft formt den Menschen, das Gefühlt leitet ihn

Passend zu unserem Spruch stand heute in unserer Tageszeitung: „Der Verstand kann uns sagen, was wir unterlassen sollen. Aber das Herz kann uns sagen, was wir tun müssen.“ (Joseph Joubert). Dies zeigt, es braucht eine gute Balance. Wir brauchen Regeln und Formen, aber wenn Persönlichkeiten zu sehr in Formen gepresst werden, verändern sie sich zu verbogenen, verhärteten Menschen, die mit sich selbst und damit auch mit anderen nicht mehr glücklich werden und andere mit ihnen am liebsten nichts zu tun haben wollen.

Wo ist der Platz für das, was einen auftauen lässt, wo Gefühle entstehen und zugelassen werden können? Es gibt viele Möglichkeiten, die Natur, die Musik, die Kunst, aber auch in der Bibel: die Geschichten über Jesu im Umgang mit Menschen und seine Gleichnisse.

Das sollten auch die christlichen Gemeinden ausstrahlen, dass das Gefühl, dass das Herz angesprochen wird, durch passende Worte, durch einen wohlwollenden Blick, durch eine kurze Umarmung, die ein Angenommensein ausdrücken, auch wenn es an der Form vielleicht fehlt oder gerade weil die Form fehlt. Solch einen Platz wünschen wir allen.

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Freiheit lebt man nicht im Gehege

Die Beschreibung des Evangeliums von Leo Graf Tolstoi ist einfach treffend.Wer schon miterleben durfte, wie Menschen diese Befreiung erlebt haben, ist nur dankbar über dieses wundervolle Angebot unseres himmlischen Vaters.

Unser Foto zeigt einen Vogel im Zoo. Er kann zwar fliegen, aber seine Welt ist durch Gitter begrenzt.

Weitaus schlimmer geht es nebenan einem Seeadler, der mit seinen mächtigen Schwingen gefühlt keine 5 m fliegen kann, geschweige denn sich im Aufwind treiben lassen kann.

Dieses Bild des eingesperrten Vogels trotz funktionsfähiger Flügel erinnert mich an manche Fromme / Gruppen, die Evangelium verkünden, aber gleichzeitig ein engmaschiges Netz aus Geboten bereithalten, um die Befreiten gleich wieder darin einzusperren.

Der göttlich Befreite lebt nicht im Zoo, sondern artgerecht in der natürlichen Welt. Manche müssen lernen, die Flügel zu nutzen, manche aber müssen sich auch befreien lassen aus ihrem Käfig. Im Fachjargon heißt dies „auswildern“. Wir wünschen allen Freude und Gottes Segen an einem befreiten Leben und Glauben.

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Das wahre Gesicht zeigten, statt sich hinter Masken verstecken

Bei der Hallia Venezia in Schwäbisch Hall schreiten Maskenträger in aufwändigen Masken und Kostümen durch die Stadt. Trotz der wunderschönen Masken hätte mich das Gesicht und die Person dahinter interessiert.

Attraktiv können auch persönliche oder fromme Masken sein, menschliche Fassaden oder beneidenswerte Rollen, die sicherstellen, dass der wirkliche Mensch mit seinen Gefühlen verborgen bleibt.

Aus Selbstschutz ist es sicherlich manchmal geboten, in bestimmten Situationen nicht das ganze Gesicht zu zeigen. Meine Beobachtung ist jedoch, dass für viele es ungewohnt ist, ihr wahres Gesicht zu zeigen oder sie sogar Angst davor haben, weil sie sich in ihren Rollen verloren haben.

Wie wertvoll sind jedoch Begegnungen von Angesicht zu Angesicht. Wichtig sind Menschen und Gruppen, die einen dazu ermutigen und Raum schaffen, dass ich mein Gesicht nicht verliere, wenn ich mein wahres Gesicht zeige. In der Beziehung zu Gott ist es sogar existentiell offen und ehrlich zu sich selbst zu sein und IHM genau so zu begegnen.

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Die gefährlichsten Weltanschauungen

Die Gefahr, dass sich Enttäuschte und Frustrierte in irgendeiner Art von politischem oder religiösem Fanatismus verlieren, steigt. Andere verlieren sich in virtuellen Welten, was nur auf den ersten Blick weniger gefährlich aussieht.

Was kann helfen, nicht in solch einen Strudel zu geraten?

  • Enttäuschung und Frustration gehören zum Leben dazu, wie gehe ich damit um?
  • Wie achtsam bin ich mit meinen Kontakten zu Menschen und Gruppen? Helfen sie mir im Leben Enttäuschung und Frustration behutsam zu verarbeiten?
  • Wie offen bin ich für andere Meinungen und Überzeugungen, habe ich Angst davor oder bereichern sie mein Leben und meine Überzeugungen?
  • Wie kritikfähig bin ich, besonders bei heiklen Themen?
  • Für Gläubige, wie stark ist mein Glaube gleichzeitig mit Gott und der Welt verbunden?

Jesu Leben ist ein gutes Beispiel: Mit beiden Füßen in der Welt, doch der Horizont geht deutlich darüber hinaus. Das wünschen wir allen.  

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Begegnung = andere teilhaben lassen was mich innerlich bewegt

Früher gab es nur das Haus der Begegnung, mittlerweile tritt der Begriff Begegnung mehr und mehr auch in Texten und Predigten auf. Begegnung verdeutlicht, was in einer tiefgehenden Beziehung passiert – im Gegensatz zu Facebook-Freunden oder Twitter-Followern.

Heute soll neben dem Spruch und dem „geheimnisvollen“ Foto das Gedicht von Brigitte Gruber wirken!

„Begegnung

nicht – sich schnell treffen

nicht – kurz einmal vorbeischauen

nicht – die Tür nur spaltbreit öffnen

Begegnung – verweilen – wahrnehmen was ist – einlassen

Begegnung – Zeit haben – berührt sein – da sein

Begegnung – Nähe- Verstehen – gemeinsam gehen“

Beziehungen in diesem Sinn sind ein riesiges Geschenk und auch das unfassbare Angebot Gottes, dem ich mein Innerstes nicht verbergen muss.
Herzlichen Dank dafür.

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Praxis ohne Theologie leistet immer noch mehr als Theologie ohne Praxis

…Praxis ohne Theologie leistet immer noch mehr als Theologie ohne Praxis.

Jesus erzählt in der Geschichte vom Weltgericht (Matth. 25) von Menschen, die angepackt haben und für die es so selbstverständlich gewesen ist zu helfen, dass ihnen das im Einzelnen gar nicht mehr bewusst war. Diesen Menschen spricht Jesus das Bürgerrecht in seinem Reich zu.

Es gibt auch andere, die erst einmal „studieren“ wollen, ob es überhaupt der Wille Gottes ist, sich hier zu engagieren, die Zeit und der Aufwand könnte ja woanders besser eingesetzt werden, und so „studieren“ sie ausführlich jedes Problem …

Es gibt sogar Diskussionen und Streit in der Theologie, die völlig an der Lebenswirklichkeit von Menschen vorbeigeht, nichtsdestotrotz berufen sich die Diskutierenden und Streiter auf Gott. Evangelium von Jesus Christus hat mit all dem nichts zu tun. Evangelium basiert auf einfachen und verständlichen Prinzipien mit dem einzigen Ziel, dass das Leben der Menschen sich im Alltag verbessert und darüber hinaus Gott suchende Menschen die Gewissheit bekommen, dass sie Bürger seines Reiches sind. Dies gibt dem Leben zusätzliche eine Perspektive und Lebensqualität. Gott sei Dank für diese gute Nachricht.

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Gute Worte können Türen öffnen!“

…gute Worte können Türen öffnen!“

Worte sind ein ganz wesentlicher Zugang zu Menschen. Jedoch sind Menschen ganz unterschiedlich, die einen sind offen, andere vorsichtig, wieder andere eher verschlossen. Die Wirkung von Worten kann deshalb ganz unterschiedlich ausfallen.

Gedanklich habe ich ein paar Zeitgenossen vor mir, die meinen, ihre spezielle Wahrheit jedem offen und direkt zu sagen, zu schreiben oder zu twittern, ob es passt oder nicht passt.

Offene Worte können zum Segen werden, wenn sie durch die 3 Siebe von Sokrates durchgerüttelt wurden.

  • Bist du sicher, dass es wahr ist, was du sagen möchtest?
  • Ist es gut, was du sagen willst?
  • Ist es notwendig, dass du es sagst?

Gute Worte können Türen öffnen, können Brücken bauen, können Menschen miteinander verbinden. Unser Vater im Himmel kommuniziert auf diese Weise, durch seinen Sohn und durch seinen Geist, genau um Menschen zu öffnen und mit ihnen in Verbindung zu kommen. Dafür ganz herzlichen Dank dafür.

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Wenn die Lösung das Problem ist…

In unserer komplexen Welt, in der der „komplette“ Überblick nicht mehr möglich ist, macht sich in zunehmendem Maße die Strategie breit, sofort einfache Lösungen oder Schuldige parat zu haben. Hauptsache, es gibt keine offenen Fragen, die ein Nachdenken oder sogar Diskussion erfordern. Dies ist zunehmend im Privaten wie auch in der Gesellschaft, der Politik und manchmal sogar in Kirchen zu beobachten.

Diese Einstellung hat leider gravierende Folgen. Paul Watzlawick zitiert in einem älteren Video in bewundernswerter Klarheit: „Wer glaubt, die endgültige Lösung zu haben, wird früher oder später sich berechtigt fühlen, Gewalt anzuwenden.“

Deutlich früher schrieb Paulus: „Unser Wissen ist Stückwerk…“ (1.Kor. 13,9), das gilt im Privaten genauso wie in der Gesellschaft, der Politik und in Kirchen. D. h. alle unsere Lösungen sind Stückwerk und bedürfen der regelmäßigen Überprüfung. Diese Erkenntnis führt zu Demut, die essentielle Voraussetzung für das ist, was im Leben allein zählt und womit 1.Kor. 13 endet: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

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einmalig SEIN

Kindern wird auf vielfältige Weise deutlich gemacht, dass sie einmalig sind „Du bist und bleibst einmalig, niemand lacht wie du, einzigartig auf der Welt, einmalig, einmalig.“

Wenn Kinder in der Schule oder in Vereinen sind, ist das mit der Einmaligkeit nicht mehr so leicht. Alle Systeme, dazu gehören auch Schulen, Vereine, Unternehmen und sogar Kirchen, können nur gut funktionieren, wenn eine gewisse Konformität vorhanden ist, für manche ist sogar eine gewisse Uniformität wichtig. Mir fällt hier der Satz Jesu aus einem ganz anderen Zusammenhang ein: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“ (Matth. 18,3)

Noch schlimmer finde ich, dass nicht wenige Gott dem menschlichen Denken gleichmachen möchten. Gott ist einzigartig und ganz anders als wir. Gottes Handeln wird geleitet von seiner Gerechtigkeit, die so ganz anders ist als unsere Vorstellungen dazu. Gott sei Dank, dass er uns nicht gleich ist und jeden in seiner Einmaligkeit annimmt

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Das Gegenteil von Vertrauen ist Kontrolle

Viele kennen den Spruch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, der im Alltag scheinbar überall präsent ist.

Kontrolle hat Nebenwirkungen. Wo sich Kontrolle breit macht, schwindet der Raum für Vertrauen. Wer kontrolliert, bewertet zwangsläufig in richtig oder falsch. Bei peniblen Menschen ist der Toleranzbereich besonders eng, da kann so gut wie nichts richtig gemacht werden.

Vertrauen heißt, Risiko eingehen. Risiko eingehen können jedoch nur starke Menschen, Menschen mit einem starken Selbstvertrauen, gläubige Menschen zusätzlich mit einem starken Gottvertrauen.

Wir erleben in unserer Gesellschaft und in Organisationen heute genau das Gegenteil. Ein immer dichteres Netz an Überwachung und Kontrollen breitet sich „unkontrolliert“ aus. Es sind schwierige Zeiten, in denen wir uns zurechtfinden müssen, ohne dabei unser Vertrauen zu Mitmenschen und zu Gott zu verlieren. „Werft dieses Vertrauen auf den Herrn nicht weg, was immer auch geschieht, sondern denkt an die große Belohnung, die damit verbunden ist!“ (Hebr. 10,35) Wir wünschen allen Gottes Segen auf diesem Weg.

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