Wert verleihen

Wer eine Kinderzeichnung nach seinem Materialwert bewertet, wird keinen großen Wert erkennen können. Ebenso geht es dem, der eine Kinderzeichnung mit Bildern namhafter Künstler vergleicht. Die liebende Mutter oder der liebende Vater wird der Zeichnung ihres Kindes einen deutlich hohen Wert beimessen, vielleicht sogar wie einen kostbaren Schatz aufbewahren.

Die Dinge haben nur den Wert, den man ihnen verleiht.
Wert verleihen kann ich nur, wenn ich Selbst-Wert habe.

Wie komme ich jedoch zu Selbstwert? Es ist ähnlich wie bei den Dingen. Wenn in der Erziehung liebende Eltern mir diesen Wert verleihen, einen Wert unabhängig von besonderen Leistungen oder besonderen Begabungen, einfach nur um meiner selbst willen. Viele werden sagen, ja das stimmt, aber leider habe ich es anders erlebt, was dann?

Der christliche Glaube ist hier eine ganz große Hilfe. Gott spricht uns Menschen einen ungeheuerlichen Wert zu. Seine unendliche Liebe zu jedem Menschen ist unabhängig von unserer Leistung, deshalb bietet er jedem Menschen an, Gotteskind zu werden. Was für ein großes Vorrecht und Erbe ist damit verbunden. Gott sei herzlich Dank dafür.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Wert verleihen

Je schlechter die Menschen, umso mehr Gesetzesregeln

Das Volk Israel hatte von Gott während ihrer Wüstenwanderung eine doppelte Gesetzestafel bekommen mit insgesamt 10 Geboten. Jesus hat zu Beginn seiner Wirksamkeit in der bekannten Bergpredigt auf diese 10 Gebote Bezug genommen und den darüberliegenden Sinn in den Fokus gebracht. Kurz vor seinem Tod hat er die ganzen Gebote sowie die Propheten in zwei Liebesgeboten zusammengefasst (Matth. 22,36-40).

Es hat in der christlichen Kirche nicht lange gedauert, bis weitere Regeln notwendig wurden. Je mehr Menschen zusammen sind, umso wichtiger werden Organisationsstrukturen, die entweder durch gemeinsame Werte oder definierte Regeln geschaffen werden können. Und hier zeigt sich das Dilemma. Werte fordern und fördern verantwortlich zu denken und zu handeln, Regeln reduzieren allein auf das Handeln sowie Strafsanktionen für nicht konformes Handeln. Es tut gut, sich immer wieder die Grundlage des christlichen Glaubens bewusst zu machen, dass allein Werte den Menschen, aber auch Organisationen lebendiger und wertvoller machen können. Das stellt eine besondere Herausforderung an einen selbst sowie an die Verantwortlichen dar. Wir wünschen dazu allen Gottes Segen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Je schlechter die Menschen, umso mehr Gesetzesregeln

Entscheidungen machen mich zu dem, der ich bin

Die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen, denen wir in unserem Urlaub in Myanmar begegnet sind, hat uns schwer beeindruckt. Es sind meist ganz bescheidene Verhältnisse, teilweise auch sehr arme Verhältnisse, in denen die Menschen leben, was jedoch ihre Lebensfreude und ihre positive Einstellung nicht belastet.

Sie haben entschieden, ihre durchaus wechselhafte Situation so zu akzeptieren wie sie momentan ist, und sie haben entschieden, die Möglichkeiten zu ergreifen, die sich ihnen bieten. Aber auch Negatives, wie Krankheit und Leid anzunehmen, um dabei zu reifen. Deshalb sind sie so freudig und herzlich, wie sie sind.

Für uns, die wir in einem reichen Land leben und uns vieles leisten können, wurde erneut bewusst, dass kein anderer für mein Leben verantwortlich ist als ich selbst. Ich entscheide, ob ich die montanen Lebensbedingungen akzeptiere wie sie sind, ich entscheide, ob und was ich aus den Möglichkeiten mache, die sich ergeben. Ich entscheide selbst, ob ich mich entscheiden will oder ob ich nicht entscheide und am liebsten alles haben möchte. Ich entscheide über meine Lebens- und Glaubensentscheidungen, wer ich bin.

PS: Entscheidungen sind das Ergebnis von Priorisierung. Priorisierung benötigt einen Maßstab. Der Maßstab basiert auf Werten.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Entscheidungen machen mich zu dem, der ich bin

Vergeben ja – vergessen nein!

Viele sind mit dem Satz aufgewachsen „vergeben und vergessen“. Nach Arthur Schopenhauer ist dieser Satz falsch.

Vergebung ist immer notwendig, wenn etwas nicht richtig gelaufen ist. Solche negativen Erfahrungen hinterlassen auf jeden Fall Spuren und manchmal sogar Wunden und gehören damit zu meinem Leben. An diese nicht mehr erinnert werden zu wollen, heißt Bereiche meines Lebens zu verdrängen, was genauso ungesund ist wie in negativen Erfahrungen zu verharren.

Vergebung heißt, über das, was nicht richtig gelaufen ist, wurde gesprochen und geklärt und ist damit bereinigt. Das ist immer eine ganz besonders positive Erfahrung, die auf keinen Fall vergessen werden sollte. Wenn die Beteiligten, offen und gewillt sind zu einer Klärung zu kommen, kann am Ende, so unvorstellbar es ist, sogar eine gute Beziehung entstanden.

Jesus sagt in einer kritischen Situation sinngemäß: „Wem viel vergeben wurde, der liebt auch viel!“ (Luk. 7, 47). Das ist wohl das beste Argument gegen das Vergessen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Vergeben ja – vergessen nein!

Klassiker von Mark Twain

Wer nur weiß wohin er nicht will, weiß noch nicht wohin er will. Zu sagen was oder wohin ich nicht will, ist sehr bequem und deshalb einfach und schnell gesagt, ich muss ja nichts ändern. Erst später wird es stressig, wenn etwas passiert, was mir gar nicht gefällt oder ich irgendwo lande, wo ich absolut nicht hinwollte, und in meinem Frust anderen die Schuld dafür gebe oder das Leben generell als ungerecht bezeichne.

Wenn mir jedoch klar wird, wohin ich möchte, geht es erst richtig los. Wo stehe ich jetzt gerade, wie sieht der Weg dorthin aus, was muss ich alles tun, damit ich nicht nur starte, sondern durchhalte bis ich mein Ziel erreicht habe. Wie lange brauche ich, habe ich die Ausdauer und Geduld dazu, schaffe ich es überhaupt allein oder benötige ich Unterstützung und wer könnte mich teilweise auf dem Weg begleiten? Wer wirklich weiß, wohin er will, stellt sich allen Fragen und lässt sich durch Hindernisse auch nicht aufhalten, manchmal ist auch der Umweg der direkteste Weg. Gott bietet sich als Begleiter an bei der Frage, wohin ich will wie auch auf dem Weg dorthin. Das ist ein wunderbares Angebot.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Klassiker von Mark Twain

Wer bin ich heißt, wissen woher ich komme

Unser Foto zeigt ein kleines Bächlein, das über einen Felsen talwärts plätschert. Es hat sicherlich unscheinbar begonnen, dann kam immer wieder ein weiterer kleiner, vielleicht sogar unscheinbarer Zufluss hinzu. Was wir als Bächlein betrachten, ist eine Sammlung von fließendem Wasser aus ganz unterschiedlichen Quellen. Woher einzelne Wasserteilchen genau herkommen, kann man so nicht erkennen, weil sich alles miteinander vermischt hat.

Das fließende Wasser kommt in Berührung mit unterschiedlichen Stoffen und Lebewesen, was meist nicht sichtbare Spuren hinterlässt. Mit Analysegeräten jedoch kann festgestellt werden, was alles im Verlauf aus der Umgebung aufgenommen wurde, je länger, umso mehr. Für mich ist das ein besonderes Bild bei der wesentlichen Frage, wer bin ich. Alle Erlebnisse, alle Begegnungen, alles hinterlässt Spuren in meinem Leben und haben mich zu dem gemacht, der ich heute bin. Dass die existentielle Frage „wer bin ich?“ nicht einfach ist, sondern sehr tiefgreifend, steht schon in den Psalmen (139,23): „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine.“

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Wer bin ich heißt, wissen woher ich komme

Verzeihung braucht den Perspektivwechsel

Bei dem Spruch habe ich mich lange gefragt, was ist das Besondere am Verzeihen, das den Menschen so schön machen soll? Verzeihen heißt nicht, einem Thema aus dem Weg zu gehen, heißt auch nicht, alles einfach unter den Teppich zu kehren bzw. einfach Schwamm drüber.

Verzeihen heißt, ein schwieriges Thema, aufzuarbeiten gemeinsam mit dem / den  direkt Beteiligten. Wenn dies in einem bzw. mehreren guten Gesprächen gelingt, führt das zwangsläufig dazu, dass das Verständnis zum Gegenüber größer wird, wir sagen heute Perspektivwechsel dazu, mit den Augen des anderen das Thema zu betrachten, das hilft nicht nur bei der Lösung, sondern führt zu einer inneren Reifung, weil die eigene Sichtweise keinen Absolutheitsanspruch mehr erhebt.

Dasselbe geschieht, wenn wir mit Gott über eigene Schuld sprechen, auch hier ist ein Perspektivwechsel möglich: meine Welt mit den Augen Gottes zu betrachten. Wieder ein Perspektivwechsel, der hilft, dass das, was im Vaterunser gebetet wird, besser geschehen kann: „… und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern“.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Verzeihung braucht den Perspektivwechsel

Arm ist, der nicht hat, was das Leben ausmacht

Es ist bedenklich zu beobachten, was Menschen alles tun, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Es scheint wie eine Droge zu sein, nach der sie süchtig sind und die sie in regelmäßigen Abständen brauchen, sonst fallen sie in ein tiefes Loch.

Andere vergeuden viel Geld, um einfach immer mehr zu haben als andere, an denen sie sich messen. Auch dieser Zustand / Rausch hält immer nur eine gewisse Zeit, dann muss es wieder etwas Neues geben.

Reich ist der Mensch nur, der das hat oder besser das lebt, was er wirklich braucht. Ein Mensch braucht gute Beziehungen, die durch offenen Austausch und Wertschätzung gekennzeichnet sind. Ein Mensch braucht ein gutes Maß an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, was sich entwickeln kann in guten Beziehungen, manche dürfen dies bereits in ihrer Kindheit erleben. Auch der christliche Glaube, mit dem Bild Gottes als liebendem Vater, ist eine gute Möglichkeit für solche Erfahrungen. Es gibt zahlreiche Bibeltexte, in denen die Liebe Gottes als unvorstellbare Liebe zu jedem Menschen beschrieben ist. Vielleicht kommt gerade jetzt so ein Text in Erinnerung.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Arm ist, der nicht hat, was das Leben ausmacht

Verbundene Seelen werden sich ähnlicher

Fast wöchentlich erreichen uns Nachrichten von Gewalttaten durch Menschen, die sich einer Ideologie verschrieben haben oder von ihrem inneren Hass getrieben werden. Ich frage mich, was treibt Menschen zu solchen Taten, fehlende Umarmungen in der Kindheit?

In der Kindererziehung schafft der Körperkontakt eine Brücke, die das Kind und genauso die Eltern so öffnen, dass manches gar nicht groß offiziell geregelt werden muss, sondern sich in einem normalen Gespräch ergibt.

Unser Spruch beschreibt das, was sich bei erwachsenen Menschen in inniger Beziehung mehr oder weniger automatisch ergibt – sie werden sich durch ihre gemeinsamen Erfahrungen immer ähnlicher. Übertragung auf die Gottesbeziehung: Manche meinen, es kommt dabei im Wesentlichen darauf an, so gut wie möglich Vorschriften und Gebote einzuhalten. Nach meiner Überzeugung geht das in die falsche Richtung. Das Evangelium (gute Nachricht) ist das Angebot, eine ganz persönliche und tiefgehende Beziehung mit Gott zu erleben, so wie ihn Jesus in der Bibel darstellt, alles andere ergibt sich daraus.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Verbundene Seelen werden sich ähnlicher

Beziehungen leben und verstehen

Beziehungen gibt es in vielfältiger Natur. Eltern-Kind, Freundschaft, Partnerschaft, Liebesbeziehung, soziale Beziehungen, Gottesbeziehung … So unterschiedlich alle auch sein mögen in ihrer Art, haben sie eines gemeinsam, was unser heutiger Spruch ausdrückt.

Dazu die Geschichte zum heutigen Bild: Eine Gratwanderung vom Wallmendinger Horn zum Ochsenhofer Köpfle. Ein ständiges Auf und Ab, man sieht den höchsten Punkt und denkt, jetzt ist es geschafft, dann geht es wieder abwärts und manchmal sogar auf allen Vieren, bevor es wieder aufwärts geht, was manchmal wenig anstrengend ist, manchmal aber die ganze Konzentration fordert.

So ist es in jeder Art von Beziehung, auf und ab gehören dazu, auch wenn manche Phase sich in die Länge zieht.

Das Besondere daran ist, dass man meistens erst im Rückblick wirklich das Gute der Hochs und Tiefs erkennt. Ganz besonders gilt das für die Gottesbeziehung, es mag Phasen geben, in denen man sich von Gott verlassen fühlt, man hält sich an allem fest, was irgendwie Halt geben kann. Im Rückblick erkennt man, wie besonders nahe Gott in dieser Situation war.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Beziehungen leben und verstehen