Sag mir, mit wem du gehst…

Die Frage nach Gott beschäftigt bewusst oder unbewusst jeden. Dabei schwingt die ganz natürliche Frage mit, was muss ich tun, um einmal in Gottes Reich sein zu dürfen.

Im christlichen Glauben tut sich so mancher schwer mit der Antwort auf diese Frage, denn in Gottes Reich kommen nur erlöste Menschen; diese Erlösung kann ich selbst nicht bewerkstelligen, auch kann ich nicht durch irgendeine besondere Leistung etwas dazu beitragen. Erlösung ist einzig und allein ein Geschenk Gottes an den Menschen, der sich entscheiden muss annehmen oder nicht annehmen?

Im christlichen Glauben geht es aber auch darum, in einer ganz persönlichen Beziehung mit Gott bereits heute und hier zu leben, in der Gott uns als Vater begegnet und wir, seine Kinder, ihm begegnen dürfen. Wie jede Beziehung färbt auch diese besondere Beziehung auf das Leben des Menschen ab („Sag mir, mit wem du gehst, und ich sage dir, wer du bist!“).

Dieses Faktum beschreibt unser heutiger Spruch sehr anschaulich und gibt damit die Sicherheit, aus der ganz natürlich Früchte reifen. Gott sei Dank dafür.

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Christen sind heute die populärste Bibelübersetzung

Die Bibel enthält das Evangelium – frohe Botschaft – das alltagstaugliches Leben anbietet. Damit ist klar, dass sich Evangelium nicht in Lehren und Dogmen einfangen und auch nicht in Richtig-Falsch-Kataloge transferieren lässt.

Eine ganz alltagstaugliche Geschichte von drei menschlichen Übersetzern erzählte Jesus: An einem Menschen in hilfloser Notsituation geht der Gottesmann vorbei, der Berührungspunkte mit allem Unreinen auf alle Fälle vermeiden will. Ebenso ein Frommer, der schnell vorbeiläuft, weil er seine Zeit nur für geistliche Aktivitäten einsetzen möchte.

Die Geschichte geht trotzdem gut aus, weil einer mit teilweisem Migrationshintergrund vorbeikommt, dessen Herz Mitleid empfinden kann und, als er die Not sieht, einfach handelt und dem Notleidenden hilft durch Zuwendung, durch Mittragen und durch finanzielle Mittel, damit vollständige Heilung geschehen kann. Ein Beispiel für eine gute Bibelübersetzung (Lukas 10, 25-37). Glaube zeigt sich im Alltag in der Praxis, nicht in der Theorie.

Wir wünschen allen mit Gottes Hilfe viel Freude und Kreativität als lebendige Bibelübersetzer.

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Leben bedeutet ausbalancieren und innehalten können

Mit einem Segelboot ist es nicht immer möglich; auf direktem Kurs zum Ziel zu kommen. Abhängig von Wind, Typ und Zustand des Boots und von sich selbst ist immer wieder der Kurs neu zu bestimmen, auszutarieren und hin und wieder zu ändern, um sich immer mehr dem Ziel zu nähern. Auch Segel bergen oder hin und wieder zu ankern, um aufzutanken, trägt dazu bei, dass ich anschließend wieder meinen Kurs bestimmen und umsetzen kann, der mich weiter in Richtung Ziel führt.

Gnadenlos werden Maschinen und Roboter auf immer schneller getrimmt, ihre Verschleißteile regelmäßig ausgetauscht und dann ganz entsorgt, kurz bevor sie schrottreif sind. Ein erfolgreiches Leben hingegen ist geprägt vom Ausbalancieren und Innehalten.

Der Mensch ist von Gott als ein sensibles Gegenüber geschaffen, das ausreichend Zeiten der Besinnung und der Begegnungen zur Pflege von Beziehung mit Menschen und Gott braucht, die allein das Leben ausmachen.

Gott sei Dank für die Zeiten der Ruhe und Besinnung sowie für die Beziehungen, die wir pflegen dürfen.

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Menschen werden geliebt, nicht benutzt

Es ist normal, dass Menschen in Unternehmen benutzt werden. Mehr und mehr wird die Arbeit von Mitarbeitern (auch im Pflegebereich) so getaktet, gesteuert und überwacht wie bei Maschinen.

Im persönlichen Bereich hat es zuweilen den Anschein, dass man tatsächlich geliebt wird, jedoch beim genauem Hinsehen stellt man manchmal fest, dass im Wesentlichen die Leistung der Person geliebt wird weniger die Person selbst.

Der Mensch ist für Liebensbeziehungen geschaffen, wenn er nicht um seiner selbst willen geliebt wird, fehlt etwas Existentielles im Leben. Geliebt zu werden als der Mensch, der man ist, geliebt zu werden, obwohl man einen kennt mit allen Stärken und Schwächen, ist etwas Wunderbares.

Genauso ist das Wesen Gottes, er liebt uns nicht erst, wenn wir Gutes tun, sondern Gott liebt uns so wie wir sind, damit seine Liebe uns verändert und wir zu dem Menschen werden können, den er einst geschaffen hat, um diese Liebe zu erwidern und in aller Unvollkommenheit weiter zu geben. Jesus formulierte es ganz einfach: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.“ Matth 7, 12.  Gott sei von Herzen Dank dafür

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Christlicher Glaube ist alltagtauglich

Der christliche Glaube ist die persönliche Beziehung eines Menschen zu seinem himmlischen Vater. Das ist ganz tief im Herzen verankert, nicht direkt sichtbar, schon gar nicht messbar. Trotzdem zeigt diese Beziehung, wie jede Beziehung, Wirkung. Wenn jemand in einer guten Beziehung lebt, werden dies die Menschen spüren und erleben, genauso ist es, wenn es umgekehrt ist.

Die Wirkung dieser Beziehungen ist individuell und vielseitig. Darum geht es Luther in seinem Spruch, es wird außen sichtbar, was im Innersten passiert. Glaube ist nichts Abstraktes, nichts Künstliches, sondern etwas ganz Praktisches für den Alltag.

Lebendige und gute Beziehungen brauchen keinen Katalog an Verhaltensregeln, schon gar nicht ein Protokoll wie Politiker im Umgang miteinander bei einem Staatsbesuch.

Jesus sagt: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte.“  (Matth. 7,16-17).

Lieber Gott, danke, dass alles so einfach ist – einfach Gottes Kind SEIN und mit offenen Augen durch die Welt gehen.

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Der Weg zum Ziel ist das Ziel

Wir kennen alle den Spruch „Der Weg ist das Ziel“, der u.a. damit ausdrücken möchte, dass es wichtig ist, aufmerksam unterwegs zu sein im Hier und Jetzt. Kritik an dem Spruch besteht darin, dass sich alles schnell ändern kann und damit die Verlässlichkeit und Konstanz fehlt.

„Nur das Ziel ist das Ziel“ ist das Gegenstück dazu. Klar formuliert, geradeaus, egal, welche Hindernisse sich einem in den Weg stellen. Solche Menschen werden klassischerweise häufig verehrt. Sie haben sich ein Ziel gesetzt und lassen sich in ihrem Tunnelblick von nichts und niemandem aufhalten.

Nachdem ich mich viele Jahre mit dem Spruch auseinandergesetzt habe, hat sich folgende Formulierung herausgebildet: „Der Weg zum Ziel ist das Ziel“. Das Ziel bestimmt die Richtung in meinem Leben und führt gleichzeitig dazu, dass der Weg und was es darum herum gibt, ausreichend Beachtung finden kann.

Jesus sagt: »Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben. Zum Vater kommt man nur durch mich.  “ (Joh. 14,6). Mit Jesus unterwegs sein heißt leben in der Gewissheit Gottes Kind zu sein und mit Freude über all das, was wir mit ihm auf dem Weg nach Hause erleben dürfen – Danke für diese Zusicherung!

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Tradition Segen oder Fluch?

Wenn die Welt immer komplizierter und komplexer wird und Änderungen in immer kürzeren Zyklen geschehen, sehnt man sich verständlicherweise nach Sicherheit und Stabilität.

Nicht wenige erliegen der Versuchung, die Lösung in der scheinbar heilen Welt der Vergangenheit zu suchen, die, je entfernter sie liegt, umso glänzender erscheint.

Es ist eine verhängnisvolle Flucht mit rückwärts gerichtetem Blick, der bewirkt, dass die wirklichen aktuellen Herausforderungen nicht mehr ernsthaft wahrgenommen werden. Damit entsteht eine Parallelwelt mit eigenen Gesetzmäßigkeiten, die, obwohl oft widersinnig, krampfhaft verteidigt werden.

Derweil waren herausragende Persönlichkeiten der Vergangenheit gerade deswegen herausragend, weil ihr Blick nicht rückwärtsgewandt war, sondern sie in ihrer Zeit im Hier und Heute fest verankert waren und sie deshalb das leisten konnten, was bis heute Beachtung und Bewunderung findet.

Dazu eine von vielen Weisheiten aus den Sprüchen 4,25: „Blicke stets nach vorn, richte deine Augen auf das, was vor dir liegt.“

Wir wünschen einen klaren nach vorne gerichteten Blick und Gottes Geist damit gut umzugehen.

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Worte der Befreiung: „Es ist genug!“

Die Frage, die bei unserem heutigen Spruch mitschwingt, ist, wie kommt dieses Übermaß an Belastung, woher kommt der Druck, dass viele sich nicht mehr trauen „NEIN“ zu sagen, „mehr geht nicht“ oder „es ist bereits jetzt zuviel“?

Mancher knechtet sich selbst, weil im Innersten einer sagt: „du darfst nicht nein sagen!“ Oft sind es Aussagen von Vater oder Mutter in der Kindheit, die eingetrichtert wurden und bis heute Wirkung zeigen.

Im Glauben sind Aussagen von besonders geistlich angesehenen Menschen so verinnerlicht, dass diese unreflektiert einen immensen Druck ausüben, dass „es wird mir zu viel“ als Ungehorsam mit dem Verlust der Gotteskindschaft verbunden ist.

Dabei ist das Ziel des Glaubens genau entgegengesetzt: Jesus sagt: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken…so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen“ (Matth. 11,28-29).

Der christliche Glauben ist eben ganz anders als unsere Alltagswirklichkeit – es wird nicht immer noch mehr aufgeladen, sondern wir dürfen abladen, und zwar bei Gott selbst. Das ist das Vorrecht, das Gottes Kinder haben, sie sollen leben – bereits jetzt und hier. Gott sei von Herzen Dank dafür.

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Negatives wirkt intensiver als Positives

Was Martin Luther beschreibt, scheint wie ein Naturgesetz zu sein. Das Leben wird intensiver von negativen Erlebnissen beeinflusst als von positiven Erfahrungen. Dazu kommt, dass über Negatives viel mehr gesprochen wird und auch die Medien von schlechten Nachrichten dominiert werden. Wir sind jedoch dem nicht hilflos ausgeliefert, sondern jeder kann ganz bewusst Kontrapunkte setzen.

Bewusst in meiner Umgebung das Positive suchen und darüber in Gedanken verweilen. Bei negativen Informationen kann ich prüfen, ob ich das wissen muss und ob es gut ist, das zu wissen.

Wie im Leben, so auch im Glauben. Muss ich mich mit Gerichtsszenarien, Weltende, Glaubenskämpfen, Schuld und Sünden anderer beschäftigen wie manche, deren Blick krampfhaft darauf gerichtet ist? Es ist doch deutlich besser, sich mit der Liebe Gottes zu uns Menschen zu beschäftigen und mit seiner Gnade und seinen Wegweisern im Leben. Frei nach Eph. 4, 29: „Redet und hört, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe euch selbst und denen, die es hören.“

Das baut auf, weitet den Blick und erfüllt uns mit großer Dankbarkeit und bringt uns näher zu Gott.

Das ist unser Wunsch für jeden.

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Hinter dem Horizont geht es weiter…

Vorweg eine kurze Erklärung zum Foto. Es handelt sich hier einen kleinen Teil eines Strauchs, der von Seidenspinnerraupen vollkommen eingewickelt wurde.

Nun zum Spruch. Jeder Mensch ist begrenzt im Denken und Handeln, wer klug ist, akzeptiert dies und handelt entsprechend. Wer dies nicht akzeptiert, tritt eher auf als ob er selbst Gott wäre. Doch darum geht es in unserem Spruch nicht, sondern darum, dass manche Menschen nicht bereit sind zu akzeptieren, dass es mehr gibt als was sie sehen, erklären oder gedanklich nachvollziehen können.

In der Bibel heißt es: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR“ (Jes. 55,8)

Es ist das Besondere des Glaubens zu wissen, es gibt wesentlich mehr als ich mir vorstellen kann, und zu vertrauen, dass Gott, der nicht begrenzt ist wie wir, es gut meint mit mir und seine unbegrenzten Möglichkeiten auch für mich nutzt.

Dieser Glaube gibt Geborgenheit und weitet den eigenen Horizont – Gott sei von Herzen Dank dafür.

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